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Die Bauwerke der Sezession

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German studies

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Bauwerke der Sezession

1. Sezession

1.1 Die Vorstellung des Stils der Sezession

Dieser vielfältige Stil setzt sich um die Wende zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert in der Architektur, der Malerei, der Innenausstattung sowie im Kunsthandwerk durch.

Das Wort Sezession stammt aus dem Lateinischen und bedeutet den Auszug. Dieser Ausdruck betrifft diejenigen, die sich von der akademischen Kunst separierten. Der Stil bekam seinen Name von dem Gebäude mit der vergoldeten, Laubgeschmückten Kuppel, das von dem Vertreter der österreichischen Sezession, Joseph Olbrich gebaut wurde.[1]

Von dem internationalen Erfolg des Stils zeugt die große Zahl entsprechender Bezeichnungen:

Österreich: Sezession, Deutschland: Jugendstil oder Liliomstil, England: Lyberty oder modern styl, Frankreich: art nouveau, Italien: stile Liberty oder Stile Floreale, Spanien: Modernismo

Die Sezession wendet sich allen Arten dem Historismus und dem Akademismus entgegen. Sie lehnt jeglichen Rückgriff auf vergangene Stile ab und lässt sich von der Natur inspirieren. Die geschwungenen, der vielgestaltigen Tier- und Pflanzenwelt entlehnten Linien gehören zu den wesentlichen Merkmalen der neuen Schöpfungen. Der Stil hat gern die frei strömenden Formen statt der Regelmäßigkeit der geometrischen Formen.

Deutlich erkennbar ist auch der Einfluss der japanischen Kunst, die den Formen der Natur besondere Aufmerksamkeit schenkt, um diese in einer für die abendländische Kunst ungekannten Art und Weise zu symbolischen oder rein dekorativen Zwecken zu nutzen.

Der Stil hatte den utopischen Anspruch, der Schönheit in jedem Bereich des Alltagslebens und quer durch alle sozialen Schichten Geltung zu verschaffen. So werden etwa in der Architektur neue Materialen und Bautechniken erprobt und bei der Innenausstattung greift man auf Serienanfertigungen zurück.[2]

Die Sezession ist die Leistung solcher Erzeuger, die den handwerklichen Traditionen folgten, aber sie gingen später auf die gewerbliche Methoden über.

Die Sezession, in der das Ornament[3] eine große Rolle spielte, wurde sehr schnell unbedeutend. Einige Architekten konnten den Anschein „der Modernität“ damit erwecken, dass sie mit dem Eklektizismus brennten und mit der Verwendung der neuen Formensprache ihre Gebäude „bekleideten“. Zur gleichen Zeit verschieben sie, die Dekoration mit der Gesetzmäßigkeit des Stoffs und der Struktur in Einklang zu bringen. Dieses tat nicht der Sezession wohl.

Mit der Struktur und dem Stoff verknüpftes Konzept wurde den Stil schon zur Vorbote des XX. Jahrhunderts. [4]

1.2 Die Jahrhundertwende in Ungarn

In Ungarn ist es nicht so einfach, den Anfang der Baukunst der Jahrhundertwende zu bestimmen. Diese Untersuchung nimmt viele Erklärungen in Anspruch, weil mehre Gründen die Bildung des Stils der Jahrhundertwende beeinflussten.

In den meisten europäischen Gebieten entwickelte sich ein getrenntes eigenartiges bauliches Bild. In Ungarn geschah es anders. Hier war die Vielfältigkeit charakteristisch. Für unsere Architektur wirkte mehre Strömungen. Mit den meisten durchgeführten Beispielen diente der Historismus. Bei dem Aufbau der öffentlichen Gebäude und hauptsächlich Wohngebäude kamen die Lösungen des Eklektizismus vor.

Unter den Gründen des Fortlebens des Historismus muss die Renaissance der geschichtlichen Traditionen erwähnt werden, die die formell reine Stilwahl bevorzugt. Der andere Faktor war die Verbreitung der Variante des Eklektizismus, die die Merkmale des Barocks trägt. In den ganzen Gebieten der Monarchie spielte der Neobarock eine wesentliche Rolle. Dieser Stil konnte die Verhältnisse der Fassade[5] freier handhaben.

Der Anspruch der Schmückung forderte auch die spektakuläre Fassadegliederung, die für den Barock typisch ist. Diese oberflächliche Lösung erweckte die Illusion der anspruchsvollen und reichen Baukunst. In unserem Land erschien auch der freien Stil vertretende Historismus. Die Musikakademie in Budapest, die Kálmán Giergl (1863-1954) und Flóris Korb (1860- 1930) zwischen 1904 und 1907 erschafften, ist prächtig aber es gibt freie Dekorierung neben der historisch unidentifizierten Fassade.[6]

In der zweiten Hälfte des XIX. bildete eine Garde, die dem Geist des Historismus und der Formsprache des Eklektizismus gegenüberstand. Die erste Phase des Widerstehens charakterisierte die Trennung der Vergangenheit. Dieser „Aufruhr“ ging aus dem gewerblich entwickelten England aus.[7] In unser Heimatland kam auch die Erkennung der Widersprüche an.

In den neunziger Jahren kämpften in Budapest Architekten, Maler, Designer im Kunstgewerbe jeder für sich, sie rivalisierten miteinander. Sie wollten einen neuen Stil oder eine Erneuerung erreichen. Es gab früherer Aufbruch, trotzdem traf der Durchbruch des Idealen gerade aus diesem Grund nicht ein. Viele Einzelkämpfer lehnten sich mit ihren Experimenten gegen die Gleichgültigkeit langer Jahre auf.

Zur gleichen Zeit wurde die Sezession in Wien gegründet, die aus einem einmaligen Zusammenschluss unterschiedlicher Kunstzweige geboren wurde. Mit den erfolgreichen Ausstellungen der Sezession erreichte Wien dominante Tendenz. Im Gegensatz zu Ungarn, wo sich dieser Stil langsam und schrittweise durchsetzten konnten. Unter den vielen monumentalen späthistorischen „eklektischen“ Gebäuden tauchte sich nur an manchen Stellen ein Jugendstilbau wie ein merkwürdiger und eigentümlicher Farbtupfen auf.

Der Jugendstil vertrat so viele Variationen hier, dass er keine einheitliche Formensprache in der Architektur der Stadt darstellte. In der Baukunst manifestierten sich auch diejenigen Stilneuerungsversuche, welche heftigste Debatten hervorriefen und die nationalen Gefühle bzw. die Frage der nationalen Kultur nicht unberührt ließen.[8]

In 1902 stellte Ödön Lechner die Aussage fest, dass eine Fremde auf den Straßen von Budapest alle Stile der Welt findet, nur die ungarische nicht. In 1904 Béla Lajta behauptete gleicherweise, dass die baulichen Erschaffungen in Ungarn auf französisch, deutsch, spanisch, englisch bis auf ungarisch sprechen.[9]

Das Ziel von Ödön Lechner war die Erschaffung eines eigenen ungarischen nationalen Stils. Er suchte eine eigenartige Formwelt. Die Vorstellung der Lechners Tätigkeit war von Belang, weil sämtliche Stile der Jahrhundertwende im Verhältnis dazu standen. In den neunzigen Jahren kennzeichnete schon keine Metall-Legierung für Lechner, die Mischung der eigenen und fremden (historisch) Formen, sondern alle Details durchdringende, einheitliche Formierung, also den grandweise herausbildenden eigenen Stil.

Das Gebäude des Museums für Kunstgewerbe, sein erstes wirklich bedeutendes Werk, wurde 1896 zum Millennium fertig gestellt. Es ist originell und zeigt die charakteristische ungarische Ornamentik. Das Geologische Institut ist schon ein repräsentatives Beispiel für den ausgereiften persönlichen Stil, der alle Hauptwerke Lechners kennzeichnet. Die Masse des Gebäudes wird von glatt verputzten Flächen umgeben, die Wandflächen werden durch bewegte Fensterformen belebt und durch die sanften Linien der Bandornamentik aus Backstein[10] dekorativ rhythmisiert.

Die Hauptfassade verfügt über die reichste Verzierung, die Attika[11] mit ihrer gewellten Linienführung entstammt Formenschatz der sogenannten „Kranzgesims[12]-Renaissance“ aus Nordungarn. (der heutigen Slowakei).

Die Verzierungselemente aus Zsolnay-Pyrogranitkeramik und die polychromen Dachziegel betonen die Individualität des Gebäudes. Die Postparkasse, das wichtigste Werk dieses gefundenen „ungarischen Style“ von Ödön Lechner, wurde 1899 entworfen und war der letzte staatliche Auftrag an ihn. Im Kreis der jungen Architekten rief die einfache Formensprache ein enormes Echo hervor.

In nur wenigen Monaten hatten sie alles von Lechner gelernt, was leicht zu übernehmen war: die rankende, mit Blumenmotiven aus der dekorativen Volkstickerei komponierte, immer symmetrische Ornamentik, die fein gezeichneten, organisch welligen Linien der Fensterkonstruktion, die Verwendung von bunten Keramikaufsätzen und die gewellten Formen des Kranzgesimses.

Die Karriere von Ödön Lechner konnte fachliche Eifersucht im Bündnis mit konservativer Politik. Ödön Lechner hatte geistiger und moralischer Einfluss für die Generation der jungen Architekten. Er versammelte einige von ihnen um sich, die sein Ideal versuchten, den Lechnerschen Beispielen folgend einen individuellen ungarischen Stil mit einer kohärenten Formensprache herauszubilden. „Ungarisch, zeitgemäß und modern“- dies waren die Leitsprüche der Gruppe.

Während Lechner 1902 in den Hintergrund gedrängt wurde, wurden seine Schüler wie auch der weiter gefasste Kreis seiner Nachfolger mit vielen bedeutenden Bauprojekten vor allem in den Provinzstädten, aber auch aus dem Kreis privater Bauherren in Budapest beauftragt. Der Lechner-Kreis kombinierte die der Volkskunst entlehnte florale Ornamentik mit der organisch geformten oder streng geometrischen Gestaltungsweise des internationalen Jugendstils.

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